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Wind: Die Wellen, die Ihr surfen wollt, entstehen durch Wind. Wie genau Wind entsteht, wird Euch hier nur in den gröbsten Zügen erklärt. In der Wetterkunde wird viel von Tief- und Hochdruckgebieten gesprochen. Der normale Luftdruck liegt bei 1013,25 Hektopascal (hp) und alles was darüber liegt, ist ein Hochdruckgebiet (H) und alles was darunter liegt, ein Tiefdruckgebiet(T). Im Tiefdruckgebiet befinden sich weniger Luftteilchen als im Hochdruckgebiet und dadurch entsteht eine Ausgleichbewegung vom Hochdruckgebiet ins Tiefdruckgebiet. Diese Ausgleichbewegung nehmt ihr als Wind wahr. Onshore/Offshore: Onshore wird der Wind genannt, der vom Meer kommt, und der Offshore-Wind kommt vom Land. Wenn Onshore-Wind herrscht, werden die Wellen von hinten plattgedrückt und dadurch brechen sie unterschiedlich groß und sehr unordentlich. Sobald es Offshore „bläst“, werdet Ihr alle Surfer gut gelaunt sehen, da Offshorewind frontal auf die Wellen trifft und sie lange daran hindert zu brechen. Die Wellen bauen sich zu vertikalen Wasserwänden auf und brechen erst, wenn der Druck des Wassers zu groß ist. Das Resultat sind sehr sauber brechende Wellen, die man sehr lange surfen kann. Wenn die Wellen brechen, werden Wasserteilchen vom Wind nach hinten geschleudert. Das nennt man den „Spray“. Bei starkem Offshore ist es für Anfänger nicht ganz so einfach, eine Welle zu reiten, da der Wind von unten gegen das Brett drückt. Dadurch wird man gebremst und erst kurz bevor die Welle bricht, kommt man in Fahrt. Wenn Ihr das im Griff habt, werdet Ihr den Offshore lieben!!! Wie On- und Offshores entstehen, kann man gut an der französischen Atlantikküste im Sommer erklären. Hier herrscht in der Nacht und am Morgen Offshore, der gegen Mittag auf Onshore dreht. Der Onshore hält sich bis zum Abend. Dieses Phänomen ist recht einfach zu erklären: Am Tag wärmt sich die Luft über Land schneller auf als über dem Meer. Die warme Luft steigt auf und die kältere Luft vom Meer strömt nach - der Onshore ist da. In der Nacht dreht sich das ganze um. Wenn die Sonne weg ist kann das Meer die Wärme länger speichern als das Land. Damit ist die Luft über dem Meer wärmer als die über Land. So entsteht Offshore. Also früh aufstehen und morgens die besten Wellen surfen!!! Wellen: Wenn Wind auf die Wasseroberfläche trifft, wirken mehrere Kräfte auf die Oberfläche ein. Durch die Kraft des Windes wird die Wasseroberfläche eingedrückt und durch die Oberflächenspannung wieder über den Nullpunkt nach oben geschossen, bis die Schwerkraft gewinnt und die Oberfläche wieder nach unten gedrückt wird. Je länger sich die Wellen im Windgebiet befinden, um so mehr Kraft wird durch den Wind auf sie übertragen, also werden sie größer und schneller. Um das Verhalten der Wellen noch besser zu verstehen, muss man erklären, was die Orbitalbewegung ist. Hört sich wilder an als es eigentlich ist. Der Wind gibt den Wasserteilchen sozusagen Anschub. Er gibt ihnen Geschwindigkeit und eine Richtung. Die Bewegung, die dort entsteht, ist kreisförmig: die Orbitalbewegung! Bis jedoch die Wellen entstehen, die Ihr surfen wollt, ist es noch ein langer Weg. Die Wasserteilchen geben ihre Bewegungsenergie, nahezu ohne Energieverlust, an benachbarte Wasserteilchen ab. Also nicht die Wasserteilchen selbst machen sich auf die Reise zur nächsten Küste, sondern nur die Energie, die sich immer weiter überträgt. Da sich die Wellen zu diesem Zeitpunkt noch im Windgebiet befinden, bekommt ihre Orbitalbewegung immer wieder neue Impulse und es ist keine Ordnung in den Wellen zu erkennen. Erst wenn das Windgebiet weiter zieht oder die Wellen aus ihm rauslaufen, kann sich die Energie ordnen, und somit die Wellen. Ein Swell (Dünung) entsteht. Swell: Da es kaum zu Energieverlust bei der Übertragung von einem zum anderen Wasserteilchen kommt, kann ein Swell über Tausende von Kilometern laufen. Kleine Wellen laufen langsamer als große Wellen und werden dadurch von den größeren Wellen eingeholt, die sich mit ihnen zu einer noch größeren Welle vereinigen. Auf ihrem Weg vereinen sich die Kräfte vieler kleiner Wellen zu wenigen größeren Wellen. Und je länger der Swell ohne Küstenkontakt laufen kann, desto kräftiger werden die Wellen. Und wenn es perfekt läuft, haben alle Wellen die gleiche Größe. Die Entstehung von Sets ist ein weiteres Merkmal von Swells. Sets: Auf dem Weg, den der Swell zurücklegt, ordnen sich die Wellen zu Wellengruppen. Der Swell erreicht die Küste in Wellengruppen (Sets) von ca. drei bis sieben Wellen mit gleichmäßigem Abstand und einer Pause zwischen den einzelnen Sets. Meistens sind die erste und die letzte Welle eines Sets kleiner als die mittleren, was für Anfänger oft nicht ganz einfach ist! Wenn Ihr nämlich die erste Setwelle anpaddelt und diese nicht bekommt, kann es passieren, dass Ihr alle anderen Setwellen von unten kennen lernt. Lasst am Anfang also besser die Finger von der erste Setwelle. Brandung: Jetzt kommen wir zum letzten Reiseabschnitt von Wellen. Im Gegensatz zur restlichen Reise wird hier nicht die Energie weitergegeben, sondern hier wird das Wasser selbst den Strand raufgeschoben. Auch das Brechungsverhalten von Wellen kann durch die Orbitalbewegung erklärt werden. Die Orbitalbewegung einer Welle reicht in der Regel bis in eine Tiefe, die die Hälfte der Wellenlänge beträgt. Erreicht der Swell flacheres Küstengewässer, wo die Orbitalbewegung den Grund berührt und so ihre Kreisbewegung nicht weiter ausführen kann, wird die Kraft nach oben gegeben. Jetzt bauen sich die Wellen mit aufsteigendem Grund immer weiter auf, bis sie brechen. Der Brechungsfaktor einer Welle beträgt 1:1,3, was bedeutet, dass eine Ein-Meter-Welle spätestens bei einer Wassertiefe von 1,3 Metern bricht. Um das Kapitel Orbitalbewegung abzuschließen, sollte Euch gezeigt werden, wo Ihr sie selber spüren könnt. Wenn Ihr auf eine Wellen zupaddelt, die kurz davor ist zu brechen, merkt Ihr, wie die Welle Euch hochzieht und beim Abgleiten auf der Wellenrückseite wieder abbremst. Auch beim Surfen auf dem Teil der Welle, der noch nicht gebrochen ist (grüne Welle), ist der Einfluss der Orbitalbewegung zu spüren. Ihr gleitet nicht nur, weil es „bergab“ geht; einen Großteil Eurer Geschwindigkeit verdankt Ihr der Energie, die von der Orbitalbewegung auf Euer Brett übertragen wird. Strömung: Die Weltmeere sind immer in Bewegung. Und dafür ist die Strömung verantwortlich. Zum Beispiel der Golfstrom, der warmes Wasser aus der Karibik bis an die europäische Atlantikküste trägt und als „Heizung“ für das westliche Europa gilt. Die für Surfer interessantesten Strömungen sind die im direkten Küstenbereich herrschenden. Man kann sagen, dass die einzige Aufgabe der Wellenenergie ist, diese Energie zu nutzen, um Wasser aufs Land zu drücken. Das aufs Land gedrückte Wasser zieht es wieder zurück ins Meer und dabei sucht es sich den leichtesten Weg. Also nicht direkt in die sich brechenden Wellen rein, sondern durch vorhandene Vertiefungen außen rum. Diese Vertiefungen nennt man Channels. Um ins Line-up (der Bereich in dem die Surfer auf die Wellen warten)zu kommen, solltet Ihr den Channel nutzen. Ihr könnt den Channel daran erkennen, dass dort das Wasser unruhiger ist und dort im besten Fall gar keine Wellen brechen. In der Regel ist hinter dem Line-up mit keiner Strömung zu rechnen. In Frankreich ist eine Besonderheit zu beachten, die Lateralströmung. Dort kommt der Swell immer aus nordwestlicher Richtung, was im Line-up meist eine Nord-Süd-Strömung zur Folge hat. Werdet Ihr von einer Strömung erfasst, die Euch nicht in Richtung Felsen oder Ähnlichem zieht, müsst Ihr ganz entspannt bleiben, Euch auf das Board setzen, gucken, wo Ihr seit und wie schnell die Strömung geht. Am wichtigsten ist es, dass Ihr nie Euer Brett verlasst, weil Ihr als Schwimmer der Strömung noch stärker ausgesetzt seit!!! Und niemals direkt gegen die Strömung anpaddeln, das kostet Euch viel zu viel Kraft. Paddelt im rechten Winkel aus der Strömung raus, in einen Bereich, wo Weißwasser ist, da dieses euch an den Strand bringt. Gezeiten (tide): Der Zeitraum, in dem das Wasser vom Wassertiefststand bis zum Wasserhöchststand aufläuft, nennt man Flut, Ebbe ist der Zeitraum, in dem das Wasser wieder bis zum Wassertiefstand abläuft. Dieser Prozess dauert ein bisschen länger als sechs Stunden. Nur, wieso passiert das? Ebbe und Flut entstehen durch die Anziehungskraft von Sonne und Mond auf die Erde. Hört sich kompliziert an - ist es auch! Jetzt wird versucht, Euch dieses komplexe Thema, das eine eigene Wissenschaft ist, im Gröbsten verständlich zu erklären. Die Sonne ist ja bekanntlich wesentlich größer als der Mond. Da der Mond aber viel näher zur Erde steht als die Sonne, hat er einen sehr viel größeren Einfluss auf die Gezeiten der Erde. Durch die so genannten „Massenanziehungskräfte“ zwischen Erde und Mond verformt der Mond die Erde zu sich hin. Da Wasser leichter ist als die Erdoberfläche, bildet sich zum Mond hin eine Art Wasserkuppel, die man Gezeitenwelle nennt. Auf der anderen Erdseite bildet sich eine gleichgroße Gezeitenwelle, da dort sehr hohe Fliehkräfte wirken. In den Erdbereichen, die zwischen den beiden Gezeitenwellen liegen, ist folglich Niedgigwasser. Jetzt könnte man davon ausgehen, dass die Erde nach einer kompletten Drehung um sich selbst (24 Stunden) den gleichen Wasserstand haben sollte wie am Tag zuvor. Leider ist das nicht so, da es vom Mondstand abhängig ist, wo sich die Gezeitenwelle befindet. Und da sich der Mond selbst auch um die Erde dreht, wird es hier ein bisschen kompliziert. Der Mond benötigt 28 Tage um einmal um die Erde zu kreisen. Also hat er nach einem Tag 1/28stel seines Weges hinter sich gebracht. Ein 1/28stel von 24 Stunden sind 50 Minuten, und diese 50 Minuten braucht die Erde um den Mond einzuholen um wieder die gleiche Position wie am Vortag zu erreichen. Einfacher gesagt, die Gezeiten verschieben sich jeden Tag um 50 Minuten. Stehlt Ihr euch irgendwo auf der Erde 24 Stunden und 50 Minuten ans Meer, seht ihr insgesamt zwei mal Flut und zwei mal Ebbe. Einmal Flut und einmal Ebbe, also eine Gezeit seht Ihr dann in 12,5 Stunden, und zwischen Tiefst- und Höchststand liegen 6,25 Stunden. Surfreviere: Beachbreak: Als Beachbreak bezeichnet man Strände wo sich die Wellen über Sand brechen. Das hat seine Vor- und Nachteile. Der grösste Vorteil, vor allem für Anfänger ist es, dass man bei einem Sturz „nur“ auf Sand fällt. Das tut nicht ganz so weh, wie auf Steine, aber mit dem Kopf zuerst sollte man auch nicht bei Knie-hohen Wasser abspringen!!! Solltet Ihr von einer Welle stürzen und ihr wollt nur noch so schnell wie möglichst an den Strand, könnt ihr euch einfach vom Weißwasser dahin bringen und überall wieder an Land gehen. Jetzt zu den Nachteilen; da sich mit jeder Welle die Sandbank, über die sich die Wellen brechen, verformt, brechen die Wellen nicht immer am gleichen Punkt (Peak), was es Euch erschwert einen guten Platz im Line-up zu finden. Da die Wellen oft unregelmässig brechenden ist es auch noch sehr anstrenget, durch das Weißwasser erst ins Line-up zu gelangen. Reefbreak: Die Orte, an denen sich Wellen über Riffe brechen nennt man Reefbreaks. Bei Reefbreaks werden die Wellen teilweise aus mehreren hundert Metern abrupt abgebremst. Die dadurch entstehenden Wellen bauen sich extrem schnell und steil auf und brechen sehr hohl, da die Lippe explosionsartig weggeschleudert wird. Da Riffe der Wasserenergie standhalten können, brechen die Wellen bei gleichbleibenden Wasserstand immer gleich und meist sauber am Riff entlang. Die Gefahren bei Reefbreaks sind der Untergrund. Es gibt Korallen- und Lava/Fels/Steinriffe. Bei Lava-, Fels- und Steinriffen müsst ihr den richtigen Wasserstand abwarten. Da es sein kann, dass bei Höchststand Felsen direkt unter der Wasseroberfläche sind, die euch sehr gefährlich werden können. Solltet ihr über einem Lava-, Fels- oder Steinriff stürzen, stoßt euch nicht vom Untergrund ab, da Ihr euch sonst die Füße an scharfen Kanten, Seeigeln oder ähnlichen übel verletzen könnt. Korallenriffe gibt es einmal als lebende und einmal als tote Variante. Der Vorteil zu Lava-, Fels- und Steinriffen ist es, dass Korallenriffe sehr gleichmässig geformt sind und es kaum Vorsprünge gibt, die euch gefährlich werden können. Trotzdem solltet Ihr auf den Wasserstand achten. Die teilweiße messerscharfen Korallenriffe können eure Haut sehr schnell aufschlitzen, was bei lebenden Korallen zu schweren Infektionen führen kann. Ihr solltet, bevor ihr ein Riff surfen wollt, euch über deren Beschaffenheit und den besten Wasserstand informieren um keine unnötigen Risiken einzugehen. Pointbreak: Hierbei handelt es sich um eine Welle, die an einer Landzunge entlang bricht und meistens sehr lange gesurft werden kann. Der Untergrund kann aus Sand sowie aus Riff sein. Die Wellen brechen nur wenige Meter vom Ufer entfernt, was den Ein- und Ausstieg aber nicht unbedingt erleichtert. Da man den genauen Zeitpunkt der Set-pause abwarten muss und dann sehr schnell durch die Impact Zone (der Bereich in dem die Wellen brechen) paddeln muss um nicht von den Wellen auf das Ufer, dass meistens aus Felsen oder Steinen besteht, geschlagen wird. Wenn Ihr den Einstieg geschafft habt ist es sehr einfach sich im Line- Up zu orientieren, da die Wellen immer an der gleichen Stelle brechen. Dadurch ist es einfach viele Wellen zu bekommen, solange das Line-Up nicht voll ist, was bei Pointbreaks leider oft der Fall ist. Jeder will halt schöne Pointbreak Wellen surfen!!! Quelle: Take off von Lennard Schulze |