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Die „Erfinder“ des Surfens sind sicherlich die in der Südsee lebenden Polynesier. Man fand dort Höhlenmalereien mit Surfmotiven, die aus dem 12. Jahrhundert datiert sind. Die Polynesier waren sehr gute Seefahrer. Sie waren es auch, die die Inseln von Hawaii besiedelten. Auch hier wurde das Surfen sehr schnell fester Bestandteil ihrer Kultur. Alle surften: die Könige - an Stränden mit den besten Wellen , die nur von ihnen gesurft werden durften -, Junge Alte, Männer, Frauen und Kinder. 1778 wurde Hawaii durch James Cook von den Europäern entdeckt. Bald darauf kam auch die Kirche ins Spiel. Und das war nicht immer lustig! Den westlichen Missionaren war die lebensfrohe und unbekümmerte Lebensart der Hawaiianer nämlich so fremd, dass sie schlichtweg als unsittlich angesehen wurde. Kurzerhand verboten die Missionareden Hulatanz und das Surfen. Gut 100 Jahre lang war das Surfen auf Hawaii fast ganz ausgestorben, bis Ende des 19. Jahrhunderts der Tourismus auf den Inseln einzog. Die großen Hotels stellten Hawaianer als „Beachboys“ ein. Sie sollten die Europäer mit ihrem Surfkönnen die Zeit vertreiben und außerdem darauf achten, dass die Touristen nicht ertranken. Somit waren sie die ersten professionellen Rettungsschwimmer. Einer von ihnen, Duke Kahanamoku, gilt heute als der Vater des modernen Surfens. 1912 gewann er bei den Olympischen Spielen in Stockholm die Goldmedaille über 100m- Freistilschwimmen. Danach reiste er um die ganze Welt und führte überall, wo es möglich war, seine Surfkünste vor. Durch Dukes Reisen erreichte das Surfen auch Australien, wo sich neben Hawaii und Kalifornien eine weitere Surfszene bildete. Das Surfen war wiedergeboren und sollte ab nun unaufhaltsam immer größer werden. In den 20er Jahren begannen die ersten Surfer, an ihren Boards aus Redwood-Holz herumzuexperimentieren. Tom Blake gelang es, das bis dahin übliche Gewicht der Bretter von 75kg auf bis zu 30 kg zu reduzieren. Mit seinen „Hohlbrettern“ waren erste Manöver in den Wellen möglich geworden. In Hawaii wurden diese Hohlbretter zum festen Bestandteil der Ausrüstung der Lifeguards. Mitte der dreißiger Jahre kamen die ersten Bretter aus Balsaholz an die kalifornischen Strände. Diese Bretter wogen nur noch halb so viel (ca. 15kg bis 20kg) wie die schweren Redwoodbretter und die Nachfrage nach diesen leichten Brettern war enorm, obwohl sie noch nicht sehr belastbar und sehr schnell ramponiert waren. Es ist ja bekannt, dass viele Erfindungen vom Militär kommen. Während des Zweiten Weltkrieges entwickelten die Amerikaner verschiedene Klebestoffe für militärische Zwecke. Als diese neuartigen Klebstoffe nach dem Krieg für Privatpersonen freigegeben wurden, begann eine neue Ära der Surfbretter und damit des gesamten Surfsports Joe Quigg baute ein Balsabrett mit runder Nose und einlaminierter Finne, das mit Fiberglas überzogen war. Er hatte es ursprünglich für seine Freundin gedacht. Dann aber merkte er, dass er mit diesem Brett noch nie gelungene, unglaubliche Manöver fahren konnte. Nun, seine Freundin sah wenig von dem Brett, aber Joe hatte mit seinem neuartigen Fiberglasbrett die gesamte Surfszene aufgerüttelt. Anfang der 50er Jahre erfand Jack O´Neil den ersten Neoprenanzug, der die Surfer vor dem kalten Kalifornischen Wasser schützen sollte. In den 60er Jahren wurden die Strände von jungen Leuten, die auf der Suche nach Freiheit und Vergnügen waren, förmlich überrannt. Es entstand ein unglaublicher Surfboom. Durch den Neoprenanzug und die immer kleiner werdenden Bretter, womit immer radikalere Manöver möglich wurden, wurde das Surfen zum Massensport. Hollywood trug mit Filmen wie „Gidget“ seinen Teil dazu bei und Bands wie die „Beach Boys“ vermittelten in ausverkauften Hallen den Massen das Lebensgefühl des Surfens. Die 70er Jahre führten zu einer Spaltung der Surfwelt. Die „Soul-Surfer“ wollten mit den Wellen in Einklang leben und sich ihnen anpassen, wohingegen die „Hot-Dogger“ sich dem von der Surfindustrie krieiirten Style anpassten. Die Bretter wurden noch kleiner und 1980 entwickelte der Australier Simon Anderson die heute übliche 3-Finnen-Anordnung bei Shortboards. Dies war der letzte Schritt auf dem Weg zu dem uns heute bekannten Shortboard. Das Surfen wurde in den 90er Jahren noch beliebter. Die Industrie erlebte einen riesigen Boom. Heute werden Contests via Internet übertragen und Surfen wird von vielen Firmen fürs Marketing und Werbung benutzt. Wenn man von den 90er Jahren spricht, muss man auch von Kelly Slater berichten. Noch nie zuvor hat ein Surfer die WCT (World Championship Tour) so dominiert wie Kelly Slater. 1992 gewann er mit 19 Jahren seinen ersten Weltmeistertitel. Bis 1998 folgten fünf weitere Weltmeistertitel. Danach zog er sich aus der WCT zurück. 2004 allerdings erfolgte sein Comeback bei der WCT. Dieses Jahr gewann Andy Irons. In den Jahren 2005 und 2006 konnte er sich seine Titel Nummer 7 und 8 gegen Andy Irons sichern. Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Und nicht nur Kellys Geschichte wird weitergehen, auch das Surfen wird sich weiterentwickeln. Lassen wir uns überraschen, and keep on riding!!!
Quelle: Surfing Adventure Sports von Diel/Menges |